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Review: Michael Mic ? FarbfilmDurchgehört: Deutsch - 21.10.2008
Rapper und Produzent Michael Mic aus dem Big Bug-Camp released dieser Tage sein drittes Soloalbum ?Farbfilm? und, nun, was soll ich sagen? Wer schon im Intro eigentlich Gutgemeintes wie ?Das hier ist mein drittes Album, ich fühl mich wie neugeboren? eher emotionslos herunterrattert, dem kann ich auch nicht mehr wirklich helfen. Aber das war ja schlie�lich nur das Intro und ich bin gewillt, dem Berliner auch eine Chance zu geben. ?Das ist mein Lifestyle: Ollen im Gepäck!? hei�t es auf ?Okay? gleich nach dem Intro. Und genau da liegt dann schon das Problem. Ich nehme Michael Mic einfach nicht alles ab, was er da so auf seinen Aufschneiderhymnen erzählt. Ich will hier gar nicht die ewig gleiche Diskussion über Glaubwürdigkeit lostreten - das ist an anderer Stelle schon oft genug passiert. Aber ich glaube einfach, dass es nur verdammt wenige Menschen gibt, die sich in Clubs herumtreiben, in denen es Schnee auf dem Klo regnet und wo im Anschluss am selben Ort auch noch en masse Beischlaf praktiziert wird (?Blackjack? feat. Plaetter Pi?). Sowas geht höchstens im Puff oder mit viel Geld. Sich mit ständigen Bordellbesuchen zu brüsten halte ich für unreif und Big Bud ist nun mal ein kleines Independentlabel und keine Goldgrube. So what? Sozialkritisches wie ?Deutschönerland? leiert dann leider auch die ewig gleichen Stereotypen über eigentlich doch ganz nette und intelligente HipHopper herunter, während ?Blutrot? mit Blood Spencore Horrorcore sein will, im Endeffekt aber nur RTL 2 ab 22.30 Uhr ist. Der Titeltrack ?Farbfilm? ist da schon angenehmer: Ein astreiner Four-To-The-Floor-Banger, den ich schon eher in der Progressive-Trance-Sparte einordnen würde - kombiniert mit der kultigen Nina Hagen-Hommage in der Hook eine gelungene Nummer. Auf ?Zauberstaub? teamed Mic mit Robert Estillos und geht in eine ähnlich elektronische Richtung. Geht gut rein, genau wie ?Schwillauch? mit Harris. Ebenfalls erwähnenswert ist mit Sicherheit auch das nachdenkliche ?Tiefpunkt?. Zum guten Glück von Michael Mic schaut auf ?Glashaus? auch noch Millionadis Adi vorbei und erklärt mal kurz, wie richtiger Rap funktioniert. Düsseldorf represent! Nichtsdestotrotz wirkt ?Farbfilm? mehr wie eine trübe und farblose Brühe aus dem Entwicklungslabor als die scharfgestochen-hochauflösende Panoramaaufnahme. Abschlie�end bleibt daher eigentlich nur eins zu sagen: Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael!
By Jan Wehn Artists: Plaetter Pi, Michael Mic, Harris, Adi, Blood Spencore Labels: Big Bud Records „Taschenbillard mit zwei heißen Girls“- MC Fitti ist voll Multitask
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2 Kommentare
von kelenio, am 28.10.2008
Lieber Jan, man merkt an deiner Review dass du Läden wieBar25, Bergahin, Golden Gate oder KitKat Club noch nie von innen gesehen hast. Aber macht nichts. Liebe Grüße Julia
von senf, am 29.10.2008
das ist ja mal eine richtig "objektive" review. lasst ihr jetzt jeden 17jähirgen der schon mal ne rap-cd gekauft hat alben bewerten oder wie ? trauer Kommentar schreiben
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