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?Erklär mir lieber mal, warum der Junge jetzt nach 25 Jahren hier noch hadert, am Arsch ist, nicht weiß, wer er selbst ist, wenn dann endlich / mal was klappt, er es ängstlich dann verkackt / nachts dann nicht schläft, denn er denkt da ist echt nichts, was er schafft / fuck.?

Spätestens seit letztem Freitag könnten sich die Geister, die den 1987 geborenen Gerald Hoffmann plagen, in Rauch auflösen. Mit der Veröffentlichung seiner Videosingle ?Lissabon? scheinen nun endgültig alle Augen der berichterstattenden Rapmedien auf Untergrundkünstler Gerard gerichtet und würdigten das überzeugende Gesamtprodukt aus gefühlsgeladenen Bildern und atmosphärischem Sound.

Gerard MC, wie sich der Wiener in seinen vergangenen Veröffentlichungen nannte, startete seine aktiven Bestrebungen als Rapper vor einem guten Jahrzehnt mit der Aufnahme seines ersten Mixtapes im Jahr 2003. Knapp vier Jahre später fand sich der damals 20-Jährige auf der Bühne des 10. Splash! Festivals wieder, nachdem ?Rising Sun?, sein Debutalbum ?zwischen Liebe und Hass, Leben und Tod, Zukunft und Nichts” das Licht der Welt erblickte.

Wirkte der grimmige Blick in Begleitung weitausholender Armgestiken im Video der titelgebenden Single noch stellenweise unbeholfen und übers Ziel hinausgeschossen, zeichnete sich jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt sein Potential auf dem Gebiet des dichterischen Sprechgesangs ab:

Auf dem Albumnachfolger ?Blur? legte er 2009 diese anfängliche Timidität erfolgreich ab und fand sowohl lyrisch als auch soundtechnisch zu einem von Melancholie und Nachdenklichkeit getragenen, inhaltlich oft abstrakten Stil in Verbindung mit teils eletronischen und progessiven Beats, der sich auch heute durch seine aktuellen Veröffentlichungen in weiterentwickelter Form zieht. Die beiden inoffiziellen Videoauskopplungen der LP, das eindrückliche ?Was bleibt? und das von Maeckes produzierte ?Dunkelblauundgelb? (inklusive Rio Reiser– Sample) tragen vertiefend zu wiederkehrenden Vergleichen mit Vorreitern wie Prinz Pi bei:

In Folge des Albums wurde dann auch erwähnter Prinz Pi auf den aufstrebenden Künstler aufmerksam, nahm in 2011 mit auf Tour und auch die einschlägigen Printmagazine erklärten den heutigen OVOXO-Anhänger zu einem der Hoffnungsträger der nächsten Zeit.

Während Gerard noch im selben Jahr den Aufnahmen für seine für 2013 angekündigte LP ?Blausicht? in der Berliner ?Krabbe? nachging und dabei mit DJ Stickle, Dead Rabbit und seinem Hausproduzenten Nvie Motho zusammenarbeitete, entstand zeitgleich das Kollaborationsalbum ?Toni Tell? mit seinem Schweizer Kollegen Gimma, das dieses Jahr in der Schweiz auf Platz 31 chartete.

Auch in Deutschland scheint 2012 eine neue Ära für den Österreicher einzuläuten: Den aufmerksamsten Beobachtern der Szene wird sein Auftritt bei der diesjährigen Juice Jam zusammen den weiteren Akts Marsimoto, Prinz Pi, RAF 3.0, Megaloh und Olson sowie sein von Thunderbird Gerard gefeaturter Exclusive-Track nicht entgangen sein.

Der entscheidende aktuelle Durchbruch hin zur breiten öffentlichen Aufmerksamkeit ist dem bis dato ungesignten Musiker allerdings bisher noch verwehrt geblieben, was sich aber nun durch die beiden viel beachteten ?Blausicht?-Vorboten ?Standby? und ?Lissabon? ändern könnte. Die beiden Songs, die sich den allgegenwertigen Themen der ?Quarterlife Crisis? und dem drohenden Ende einer Liebesgeschichte widmen, werden den Zuhörer zumindest in offener Erwartung auf weitere Neuerscheinungen und Entwicklungen zurücklassen:

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