TRIGGERWARNUNG: Der folgende Text beschäftigt sich mit sexualisierter, physischer und psychischer Gewalt. Dieses Thema kann schwierige Gefühle und Erinnerungen, intensive Flashbacks und andere negative Reaktionen auslösen. Bitte sei achtsam, wenn das bei dir der Fall sein könnte.

“Jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Betroffen sind Frauen aller sozialer Schichten”, das schrieb das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Genau über diese Thematik sprachen Eko Fresh und seine Frau Sarah Bora am gestrigen Abend mit Moderatorin Pinar Atalay. Gemeinsam waren die beiden zu Gast bei der neusten Ausgabe von RTL Direkt.

Sarah Bora war selbst Opfer von häuslicher Gewalt. In einer früheren Partnerschaft erlebte sie diese. Für die beiden sei es wichtig, dieses Thema in der Öffentlichkeit zu thematisieren. Vor allem in Zeiten einer Pandemie könne es für Opfer schwieriger sein – dadurch, dass sie von der Außenwelt isoliert sind. “Ich glaube, dass wir dieses Thema einfach aus der Tabu-Szene rausholen müssen. Und deswegen war es mir einfach wichtig, meine Erfahrung in ein Musikvideo zu packen und halt einfach auch zu zeigen, dass aus so einer schlimmen Situation durchaus rauskommen kann […] Also ich war fast zehn Jahre in solcher Beziehung, wo physische aber auch halt wirklich psychische Gewalt eine große Rolle gespielt hat und letztendlich, und dass ist auch einfach wichtig immer zu sagen, hat es mir geholfen, nicht still zu sein und mich zu äußern”, so Sarah Bora. In ihrem jüngsten Projekt “Kämpferin” spricht sie dieses Thema ebenfalls an. In dem Track erzählt die Künstlerin von einer Beziehung, die häusliche Gewalt beinhaltet. Bei der Umsetzung des Musikvideos habe ihr Ehemann Eko Fresh geholfen.

Ich glaube, dass wir es schaffen müssen, dass jede Frau in Deutschland das Recht auf Schutz bekommt. Und zwar egal welches Alter, welche Herkunft oder welche finanzielle Lage sie gerade hat. Wir müssen Orte schaffen, wo die Frauen sich sicher fühlen. Das heißt, wir müssen auch Frauenhäuser aufstocken. Ich glaube mittlerweile fehlen uns zehntausend Plätze. Das heißt, zehntausend Frauen werden zurück in die Gewalt geschickt […] Ich rate den Frauen, nicht still zu sein. Das bedeutet, sich mitzuteilen, vielleicht sogar auch eine Art Tagebuch zu schreiben, für spätere Situationen – vielleicht aus dokumentartechnischen Gründen. Und halt sich wirklich immer wieder mitzuteilen, nicht still zu sein und darauf zu hoffen, dass es einfach ein Ende dann hat”, fügte Sarah Bora hinzu.

Eko Fresh wolle seine Frau dabei unterstützen, diese Botschaft nach außen zu verkörpern. ” […] Das ist nicht so, dass die Sarah das an einem Tag erlebt hat und dann am nächsten Tag so ein Video gedreht hat, also da sind Jahre dazwischen. Auch in der Zeit, in der sie sich mir gegenüber geäußert hat, auch mitgeteilt hat – das war ein Prozess letztendlich. Und ich versuche einfach meine Frau zu unterstützen dabei. Wir versuchen jetzt beide unsere Prominenz dafür zu nutzen, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Mein Thema war ja weitestgehend immer Migration […] und die Sarah hat ihr Thema, in dem sie aktiv ist, auf den Punkt gebracht mit diesem Video […] Ich sag mal jeder hat eine Vergangenheit aber nicht jeder hat eine Zukunft […] Selbst wenn du aus dem Brennpunkt kommst, oder aus einer Kultur kommst, wie jetzt der HipHop-Kultur, wo so etwas eher toleriert wird – die Sache ist ja, was du daraus machst und ob du eine Vision für dein Leben hast. Und ich hab das Gefühl, dass wir dabei sind, etwas Großes zu schaffen und das ist eine lösungsorientierte Botschaft zu bieten, in der sich auch viele Leute uns anschließen können, so der Rapper.

Personen, die eine Form des Missbrauchs erlebt haben, können sich an die Website hilfetelefon.de wenden. Auch telefonische Hilfe und Unterstützung sind möglich unter folgenden Nummern möglich:

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530

Hilfetelfon Gewalt gegen Frauen: 0800 0116 016

Hilfetelfon Gewalt gegen Männer: 0800 123 9900

Hilfe- und Beratungsstelle der Antidiskriminierungsstelle des Bundes: 030 18 555 1865

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