Nachdem uns der Bundessprecher der Grünen Jugend Timon Dzienus am Sonntag einen Besuch in Berlin abgestattet hat, sprachen wir nun auch mit dem Bundesvorsitzenden der Jungen Liberalen Jens Teutrine über die mögliche Cannabis-Legalisierung in Deutschland. “Hi mein Name ist Jens Teutrine. Ich bin der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen. Das ist die Jugendorganisation von der FDP. Und ich bin frischgewählter Bundestagsabgeordneter. Und heute sprechen wir über die Legalisierung, die schon längst überfällig ist”.

In dem Wahlprogramm der FDP steht, dass sich die Partei für eine “kontrollierte Freigabe von Cannabis ab 18 Jahren” einsetzen möchte: “Wir setzen uns dafür ein, den Besitz und Konsum für volljährige Personen zu erlauben. Nur mit einem Verkauf in lizenzierten Geschäften können die Qualitäten kontrolliert, die Weitergabe von verunreinigten Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet werden. Wenn Cannabis ähnlich wie Zigaretten besteuert wird, können jährlich bis zu einer Milliarde Euro eingenommen werden”. Zu beachten sei jedoch, dass man die Steuer im Falle einer Legalisierung nicht zu hoch ansetzt, da man mit dieser den Schwarzmarkt eindämmen wolle. So müsse man sich auch an dem Preis von diesem orientieren. Das zusätzliche Geld soll in Prävention, Suchtbehandlung und Beratung eingesetzt werden. Des Weiteren fuhr die Partei in ihrem Wahlprogramm fort: “Das Verbot von Cannabis kriminalisiert unzählige Menschen, bindet immense Polizeiressourcen und erleichtert durch illegalen Kontakt zu Dealern den Einstieg zu härteren Drogen”.

Laut Jens Teutrine seien die jungen Liberalen schon länger für eine Legalisierung. “Ich glaube wir haben das in den 80ern […] das erste Mal beschlossen”. In der FDP hätten sie diesen Gedanken durchsetzen können. “Das müsste 2015 gewesen sein, als die FDP aus dem Deutschen Bundestag geflogen ist. Da waren wir nicht im Parlament und da haben wir JuLis gesagt – ‘hey, ihr müsst euch auch für die Legalisierung von Cannabis einsetzen”. Über das Konzept, wie der Vertrieb im Falle einer Legalisierung aussehen könnte, hätte man sich zum damaligen Zeitpunkt bereits Gedanken gemacht. “Sagt man einfach wir geben es frei und man kann es bei Aldi an der Kasse kaufen?”.

Erwerben könne man Cannabis in “lizensierten Fachgeschäften”: Darunter würden nicht nur Apotheken zählen, sondern auch Coffee-Shops und andere Verkaufsstellen. Man wolle, dass geschultes Personal den Verkauf von Cannabis übernimmt. Außerdem soll ein gewisser Gesundheitsschutz geboten und auch die Hygienevorschriften eingehalten werden. “Wir haben uns dann damals dazu entschieden, die zweite Variante mit den lizensierten Fachgeschäften in die FDP einzubringen, weil wir glaubten, so besser Leute überzeugen zu können, die vielleicht noch ein bisschen skeptisch sind. Das war erfolgreich. Und seitdem vertritt auch die FDP die Legalisierung von Cannabis”.

“Die Grünen sind vom Konzept her, glaube ich sehr nah an uns dran […] Ich erwarte von dem Bundesvorsitzenden der FDP, dass er sich in den Koalitionsgesprächen auch dafür einsetzt. Wir begleiten die Koalitionsverhandlungen auch als Junge Liberale. Die einzigen, die noch ein bisschen so hadern, sind die SPD […] Mein Ziel wäre es, dass am Ende nicht nur Cannabis in Apotheken freigegeben wird, sondern auch darüber hinaus […] Für mich muss das auch in den Koalitionsvertrag rein und ich bin da auch sehr optimistisch, dass das am Ende drinnen stehen wird. In welcher Form, das gilt es jetzt auszuhandeln.”

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