Heute jährt sich eine Nachricht, die die gesamte Rap-Welt erschüttert hatte, zum dritten Mal: Mac Miller ist verstorben. Der Pittsburgher-Rapper ist im Alter von nur 26 Jahren von uns gegangen und hinterließ eine klaffende Wunde in den Herzen seiner Fans. Es scheint, als hätte er die gesamte Generation der Mittzwanziger*innen entscheidend beeinflusst und geprägt. Doch was bleibt von der Legacy übrig? Wie sind uns Mac Miller und seine Musik in Erinnerung geblieben? Heute schreiben wir darüber, warum wir Mac Miller dankbar sein sollten.

 

Das Come-Up

In der, nicht gerade für ihre florierende Rap-Szene bekannten, Stadt Pittsburgh, im US-Bundesstaat Pennsylvania, erblickte Malcolm James McCormick, wie Mac Miller bürgerlich hieß, am 19. Januar 1992 das Licht der Welt. Als Sohn eines Architekten und einer Fotografin wächst der kleine Mac, behütet in der Vorstadt von Pittsburgh, auf. Die Liebe zur Musik entflammte früh in seinem Leben. Er brachte sich in jungem Alter selbst das Gitarre,- Bass,- und Klavierspielen bei. Was darauf folgte, ist die beispiellose Geschichte eines Jungen, der sich den Traum erfüllen wollte, Rap-Star zu werden. Dafür verließ er seinen klassisch-musikalischen Background und veröffentlichte unter seinem ersten Rap-Namen EZ Mac sein Debüt-Mixtape “But My Mackin’ Ain’t Easy”. Nach erstem lokalen Erfolg und drei Projekten, droppte der Rapper sein erstes Mixtape unter dem Namen Mac Miller. Dies schien der erste große Erfolg des Rappers gewesen zu sein, denn auch Personen außerhalb von Pittsburgh hatten ihn seit diesem Zeitpunkt auf dem Radar. Die Kinder waren von nun an nicht mehr nur Kids, sie waren “K.I.D.S”, so der Name des Albums. Sie “Kickten Incredibly Dope Shit”. In dem besagten Album rappte Mac Miller über seine Zeit als High-School-Junge in Pittsburgh und stellte eine Identifikations-Figur für junge Menschen dar. Seine Follow-Up-Single “Best Day Ever” zementierte den Status des Rappers im Game und seine Fans liebten ihn damals bereits für seine freshe und positive Art, getreu dem Chorus von “Best Day Ever“: “No matter where Life takes me, find me with a smile, pursuit to be happy only laughing like a child, I never thought life would be this sweet it got me cheesing from cheek to cheek“.

Mac Miller sprach eine breite Masse an jungen Personen an, die genervt von Alltag, Negativität und Schule waren. Er stand für das Sonnige, positive Vibes und Entfaltung. Man könne ihn als einen simplen Jungen, mit einem Traum bezeichnen, der er war. Am besten hatte es Mac Miller selbst in seinem Song “Kool Aid & Frozen Pizza” ausgedrückt: “I live a life pretty similar to yours, used to go to school, hang with friends and play sports. Every single summer taking trips to the shore and that was all gravy but I knew I wanted more“.

 

Die Erfolgsgeschichte

Ab dem Punkt schien es keinen Halt mehr für ihn zu geben. Sein zweites Album “Blue Slide Park” erklimmte die Spitze der Charts, in seinem nächsten Album “Watching Movies With the Sound Off” arbeitete er mit Pharrell Williams zusammen und entwickelte sich soundtechnisch immer weiter. Auch politisch äußerte sich Mac Miller immer wieder: Er machte sich auf SocialMedia immer wieder für die “Black Lives Matter“-Bewegung stark und kritisierte außerdem den ehemaligen Präsidenten Donald Trump. 2011 erschien die Single “Donald Trump“, in der der Rapper dem damaligen Unternehmer Trump huldigte. Er bezeichnete ihn, in mittlerweile gelöschten Tweets, als “an egomaniacal, attention-thirsty, psychopathic, power-hungry, delusional waste of skin and bones“. Auch vom musikalischen Inhalt her schien ein anderer Wind bei Mac Miller zu wehen, denn er stellte sich den großen Fragen des Lebens und ließ auch negativen Emotionen, in seiner Musik, freien Lauf.

 

Die Selbstfindung

In seinem nächsten Album “The Devine Feminine” zeigte sich Mac Miller verletzbarer, sprach viel über Liebe, gab aber auch an, dass sich das Album nicht nur um romantische Liebe drehe, sondern auch darum, was er von Frauen lernte und was dies in ihm bewegte. Eine Rolle in Macs kreativem Schaffen zu dieser Zeit dürfte auch seine damalige Partnerin, die Sängerin Ariana Grande gespielt haben, der er den Song “Cinderella” widmete. Auch in diesem Lebensabschnitt zeigte sich Mac Miller stets authentisch und präsentierte seine Emotionen in seinen Texten, aber auch in Interviews. Mit dem großen Erfolg wuchs auch der öffentliche Druck. Der Rapper stand offen dazu, depressiv zu sein. In einem 2015 erschienen Interview vom Billboard-Magazin sprach der Rapper auch über seine Drogenprobleme, die ihn zwar kurzerhand von all dem Druck entlasteten, aber wesentlich schwerwiegendere Probleme mit sich brachten. Dies könne ein weiterer Grund dafür sein, warum Fans den Rapper als nahbar aufgefasst haben könnten. Mac Miller beschönigte nicht nur das Leben, sondern sprach auch über die negativen Dinge, die ihm passierten. Ein weiterer Grund, warum sich Hörer*innen mit ihm identifizieren konnten. Zudem sei es wichtig nicht nur alles zu beschönigen, sondern auch Wahrheiten auszusprechen, wie es vielleicht kein anderer tat. Fans scheinen sich in den Texten von ihm wiederfinden zu können, was einigen auch im wahren Leben weitergeholfen haben könnte. Falls man sich mit den Eltern oder den Freund*innen nicht austauschen kann, ist die Musik ein gutes Mittel, um seinen Emotionen freien Lauf zu lassen.

 

Der Fall

Negative Emotionen seien auch ein Grund dafür, warum sich der Rapper und die Sängerin schlussendlich trennten. Diese Trennung verarbeitete er in seinem nächsten Album “Swimming”, das im Jahr 2018 erschien. Er besann sich auf seinen mentalen Zustand und legte den Fokus auf seine Psyche und sein seelisches Wohlergehen. In dem Projekt waren nun mehr langsame, bedachte und Soul-lastige Elemente zu finden. Das Album drehte sich um “Self Care“, wie ein Titel bereits andeutet. Mac gab der*dem Zuhörer*in wie so oft tiefe Einblicke, in seine Gefühlswelt, seiner Unsicherheit und dem Gefühl, einsam zu sein, wie auf dem Track “Wings”: “Balled a fist, they gossipin, I notice. Talkin’ shit, I wander through the motives. Wonder who the fuck I’m supposed to be. I ain’t worried now ’til I leave. I’m just tryna ride and feel the breeze“.

Heute vor drei Jahren dann die traurige Nachricht. Am 7. September 2018 wurde Mac Miller tot in seinem Haus in Fernando Valley aufgefunden. Der Rapper war nach jahrelangem Kampf gegen die Drogensucht an einer Überdosis gestorben. Die Nachricht traf die Musikwelt hart und neben unzähligen Beileidsbekundungen von Fans, meldeten sich auch zahlreiche Kolleg*innen zu Wort: Chance The Rapper, mit dem Mac Miller lange befreundet war, J.Cole, Elton John, der auf einem Konzert sein Mitgefühl ausdrückte oder seine Ex-Freundin Ariana Grande, sind nur ein kleiner Auszug aus dem gewaltigen Schock, der die Musikwelt nach Verkündung von Mac Millers Tod durchfuhr. Mac Miller scheint für viele Personen ein Sprachrohr gewesen zu sein. Auch heute verzeichnet der Künstler via Spotify immer noch über 16 Millionen monatliche Hörer*innen. Ein Beweis dafür, wie gut seine Musik ankam. Auch wenn Mac Miller in einem frühen Alter von uns gegangen ist, ist seine Langlebigkeit in der Musik gewiss.

 

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Die Legacy

In dem Zeitraum seines tragischen Todes arbeitete Mac Miller an seinem sechsten Album “Circles”, das als posthumes Album im Jahre 2020 veröffentlicht wurde. Viele seiner bisherigen musikalischen Styles wurden in dem Album kombiniert. Übrig blieb aber nicht nur ein nach-seinem-Tod veröffentlichtes Projekt und weitere gute Musik, sondern die Geschichte eines jungen Menschen, die Millionen von anderen Menschen beeindruckte. Mac Miller gab Personen mit seiner positiven Art Kraft. Er gab Teenager*innen das Gefühl cool zu sein, egal wie komisch sie sich fühlten. Er zeigte, dass selbst Super-Stars große Probleme haben können. Er legte seine Gefühlswelt offen und führte uns Jahre lang durch freudige Zeiten, schwere Zeiten, aber vor allem durch echte Zeiten. Er schien einer von uns zu sein. Ein einfacher Junge, mit großen Träumen, aus der kleinen Vorstadt. Seine Musik und sein Einfluss werden uns für immer in Erinnerung bleiben. Dafür sagen wir DANKE. Rest in Peace Mac Miller.

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