In den letzten Wochen war sexuelle Gewalt gegen Frauen und sexistische Machstrukturen im Deutschrap wieder vermehrt ein Thema. U.a. hatte sich Shirin David zu dem zu dem Thema geäußert. Zusätzlich wurden viele Erfahrungen von Mädchen und Frauen, die sie mit Rapkünstlern oder deren Entourage erlebt haben, in sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #deutschrapmetoo geteilt. Nun hat sich auch Megaloh als “Nicht-Betroffener” länger zu dem Thema geäußert und attestiert der Szene ein Problem. Auch wenn es noch ein “weiter Weg” sei, stellt er fest, dass “Hiphop per se nicht frauenfeindlich” sei, auch wenn mit frauenfeindlicher Musik viel Geld verdient worden sei. Auch wenn er bei sich selbst kein Fehlverhalten feststellen könne, habe er doch  “potenziell als Mann in der Gesellschaft von frauenfeindlichen Machtstrukturen profitiert” . Schlussendlich fordere er mehr Aufmerksamkeit der Männer. Das ganze Statement gibt es hier:

Die Gewalt die Frauen und Mädchen von Männern erfahren ist real! Es ist traurig, dass wir als Gesellschaft überhaupt noch darüber diskutieren ob das stimmt oder nicht. Erinnert mich ein wenig an Debatten über Rassismus, wo die Betroffenen es der Mehrheitsgesellschaft scheinbar immernoch beweisen müssen, dass das was sie erleben echt ist und keine Häufung von Zufällen. Der Hauptunterschied für mich persönlich ist, dass ich im Kampf um Befreiung von sexueller Unterdrückung kein Betroffener bin und damit auch durch Lernprozesse durch muss wie alle anderen Nicht-Betroffenen.
Ich habe in jüngster Zeit versucht aus meiner Position heraus Stellung zu beziehen in Interviews wo es um dieses Thema ging. Ich wurde nun darauf hingewiesen, dass Interviews durch ihren performativen Charakter nicht die gleiche Wirkungskraft haben wie ein eigenes persönliches Statement in der eigenen „Community“. Das sehe ich absolut genauso, deshalb schreibe ich euch jetzt.
Anstatt jetzt männlich/zerbrechlich zu reagieren und reflexartig alles abzustreiten oder vermeintlich feindliche Feministinnen zu bashen, habe ich die Möglichkeit mich tiefer mit dem Problem auseinanderzusetzen und auch mein eigenes Verhalten und Verhältnis zu Frauen zu überdenken und gegenenenfalls zu verändern. Auch wenn ich glaube nicht bewusst oder willentlich Frauen unterdrückt oder genötigt zu haben, profitiere ich potenziell als Mann in der Gesellschaft von frauenfeindlichen Machtstrukturen. Alleine darüber lohnt es sich mal nachzudenken. Wir können uns alle als Teil der Gesellschaft verstehen und uns sollte allen daran gelegen sein alle Ungerechtigkeiten gemeinsam zu bekämpfen, Stück für Stück um eine gerechte Welt entstehen zu lassen. Es ist noch ein weiter Weg aber er wird viel kürzer wenn wir ihn alle gemeinsam gehen. Frauenfeindlichkeit ist ein gesamtgesellschaftliches Problem was auch im DRap zum Ausdruck kommt. Das regelt auch kein ignoranter Verweis auf die allgemeine Hiphop-Kultur, das ist einfach falsch. Hiphop ist per se nicht frauenfeindlich, allerdings wurde sehr viel Business mit frauenfeindlicher Musik und dem dazugehörigen Bild von überhöhter Männlichkeit gemacht auf Kosten der Mädchen und Frauen.
Nur weil eine Frau oder Mädchen im Backstage ist, heißt es nicht das sie Sex möchte und selbst wenn sie es möchte, ist es ihr recht zu entscheiden mit wem, wie, wo und wann. Sie hat jederzeit das Recht ihre Meinung zu änden und diese muss respektiert werden! Das sollte eigentlich nicht gesagt werden müssen aber jeder Mensch sollte zu jedem Zeitpunkt über seinen Körper selbst bestimmen können. Frauen gehören keinem Mann! Jeder Körper gehört der Person/Seele die im Körper wohnt und dass muss zu jederzeit respektiert werden! Es ist unsere Aufgabe als Männer andere Männer darauf aufmerksam zu machen und nicht wegzuschauen wenn im eigenen Umfeld solches Unrecht geschieht. Lasst uns gemeinsam stark sein und das Richtige tun! Danke für eure Aufmerksamkeit

 

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