Sechs Nächte voller Krawall in Folge: Letzte Woche Dienstag wurde der spanische Rapper Pablo Hasél wegen Beleidigung der spanischen Königsfamilie festgenommen. Seitdem kommt es jede Nacht zu heftigen Protesten, mehrere tausend Menschen gehen auf die Straße und fordern die Freilassung Haséls.

“Ihr habt uns beigebracht, dass Friedlichkeit sinnlos ist“, hieß es gestern auf einem Transparent der Demonstranten in Barcelona, wie ZDF berichtete. Diese Einstellung wird durch die Proteste mehr als deutlich: Polizisten werden unter anderem mit Flaschen und Böllern beworfen, Straßenbarrikaden und Müllcontainer werden angezündet, Schaufenster gehen zu Bruch und Geschäfte werden ausgeraubt.

Allein in Barcelona gab es seit Beginn der Proteste 106 Festnahmen. Auch in anderen Städten, wie zum Beispiel Madrid, Gerona und Lleida, wird gegen die Inhaftierung Pablo Haséls protestiert. Es gab zahlreiche Verletze, sowohl unter den Polizisten, als auch unter den Demonstranten. Am Dienstag hat eine Frau ihr Auge verloren, nachdem sie von einem Gummigeschoss der Polizei getroffen wurde.

Pablo Hasél stellte in seinen Texten immer wieder die Monarchie in Frage und stichelte gegen das Königshaus: Er habe den ehemaligen König Juan Carlos I., der sich nach Vorwürfen der Korruption und Steuerhinterziehung nach Abu Dhabi abgesetzt hatte, unter anderem einen “Parasit” und “Mörder” genannt und das Königshaus als “mafiöse Bande” bezeichnet. Den aktuellen König Felipe VI. habe er einen „Tyrannen“ genannt. Selbst bei seiner Festnahme habe er keine Ruhe gegeben: “Tod dem faschistischen Staat” soll er laut stern mit erhobener Faust gerufen haben während er abgeführt wurde.

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