Der spanische Rapper Pablo Hasél wurde vor kurzem wegen Beleidigung der Krone zu neun Monaten Haft verurteilt: Hasél soll das spanische Königshaus sowohl auf Twitter als auch in seinen Texten beleidigt haben. Wie die FAZ berichtete, trat er seine Haft nicht freiwillig an. Er habe sich in der Universität seiner Heimatstadt Lleida verbarrikadiert, wurde aber heute morgen von der Polizei festgenommen.

Der Rapper habe den ehemaligen König Juan Carlos I., der sich nach Vorwürfen der Korruption und Steuerhinterziehung nach Abu Dhabi abgesetzt hatte, unter anderem einen “Parasit” und “Mörder” genannt und das Königshaus als “mafiöse Bande” bezeichnet. Den aktuellen König Felipe VI. habe er einen „Tyrannen“ genannt. In seinen Texten seien Gewaltfantasien gegen konservative Politiker zu finden, den Bürgermeister seiner Heimatstadt habe er als “Missgeburt, die einen Schuss verdiene” bezeichnet.

Das Urteil setzte eine Debatte über Kunst- und Meinungsfreiheit in Gang: Die linke Regierung in Madrid kündigte an, die Gesetze, die zu dem Urteil führten, zu reformieren. Sie wolle Strafbestände wie die Beleidigung der Krone und staatlicher Institutionen abschaffen. Für Pablo Hasél käme diese angekündigte Reform aber zu spät. Mehr als 200 Künstler*innen in Madrid forderten Freiheit für den Rapper, die Petition wurde unter anderem von dem bekannten Regisseur Pedro Almodóvar und Schauspieler Javier Bardem unterschrieben.

Vor zweieinhalb Jahren wurde der Rapper Valtònyc ebenfalls wegen Beleidigung der Krone, Verherrlichung von Terrorismus und Morddrohungen in seinen Liedtexten zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er setzte sich nach Belgien ab, dort wird die Auslieferung verweigert, da die Vorwürfe gegen ihn in Belgien keinen Straftatbestand haben.

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