Immer wieder werden UK Drill Videos als Beweismaterial vor Gericht verwendet. In den provokanten Texten findet man häufig Anspielungen und Erzählungen von Straftaten wie Gang-Shootings oder Messerstechereien. So berichtete BBC vor kurzem über die Problematik der Musik im Gerichtssaal. Für den Bericht wurden 67 Gerichtsverhandlungen betrachtet, in denen Rap und Drill ein Beweismittel waren. Einige Anwälte und Verteidiger meinen, es würde den Angeklagten dadurch keine faire Verhandlung ermöglicht werden.

Abenaa Owusu-Bempah, Expertin für Criminal Evidence an der London School of Economics, sagt: Staatsanwälte würden Drill benutzen, um Vorurteile gegenüber jungen, schwarzen Menschen zu kräftigen. Polizei, Staatsanwälte und das Gericht würden nicht auf den künstlerischen Wert der Musik achten, sondern sie gegen die Angeklagten verwenden. Sie habe 30 solcher Gerichtsverhandlungen ausfindig gemacht, gegen welche dann Beschwerde eingereicht wurde. Allerdings nur einmal erfolgreich.

Drill sei eine sehr brutale Form sich auszudrücken, so Eithne Quinn, Akademikerin an der University of Manchester, “it’s out to shock.” Der aggressive Style der Rapper sei aber Teil des Genres und solle nicht immer wörtlich genommen werden. Häufig würden die Songs vor Gericht als ein Tagebucheintrag oder Geständnis einer Straftat verkauft werden.
Seit November 2016 wurden außerdem 522 Videos, die meisten von YouTube, gelöscht, nachdem der Metropolitan Police Service sie als potentiell schädlichen Content gemeldet hat. Drill werde aber nicht von der Polizei unterdrückt: “It’s fine to use it as an outlet”, so Detective Inspector McAuliffe, “just think about what you’re saying”.

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