“Eine Person, die lost ist, ist ahnungslos, verloren oder hat einfach keinen Plan, was eigentlich gerade abgeht”: Mit 48% der Stimmen wird ‘Lost‘ vom Langenscheidt Verlag zum “Jugendwort des Jahres 2020” gewählt. Neben ‘Lost‘ standen auch außerdem ‘Cringe‘ und ‘wild/wyld‘ im Finale. Der Ausdruck ‘Cringe‘, der im Bezug auf peinliches und unangenehmes Verhalten benutzt wird, steht mit 28% der Stimmen auf dem zweiten Platz des Rankings. Weitere 24% der Stimmen entfallen auf ‘Wild/wyld‘, eine Art Synonym für die Wörter krass oder heftig. Dass in diesem Jahr drei englische Wörter im Finale standen, erklärt Sprachwissenschaftlerin Artemis Alexiadou von der Berliner Humboldt-Universität laut Spiegel so: “Junge Leute bauen oft eigene Merkmale in ihre Sprache ein, um sich von der Elterngeneration abzugrenzen. Da bietet es sich an, auf das Englische zurückgreifen.” Auch Social Media, wo viel in englischer Sprache kommuniziert wird, sei für diese Entwicklung verantwortlich.

 

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Bereits seit 2008 wird über den Verlag Langenscheidt das “Jugendwort des Jahres” gewählt.  Dieses Jahr gab es eine wichtige Neuerung: Zum ersten Mal in 12 Jahren wurde das Jugendwort nicht durch eine Jury bestimmt, sondern per Online-Voting ermittelt. Das bedeutet, dass in diesem Jahr zum ersten Mal Jugendliche die Möglichkeit hatten, sich an der Wahl direkt zu beteiligen. Laut Langenscheidt sollen seit Begin des Votings knapp eine Millionen Stimmen eingegangen sein. Das Auswahlverfahren läuft in drei Stufen ab: Zunächst können Begriffe eingereicht werden, aus diesen Vorschlägen wird dann von der Langenscheidt-Jury eine Top-Ten-Liste der Favoriten ermittelt. Über 62 Tage hinweg wurden die Vorschläge gesammelt. ZDF benennt den Verbreitungsgrad des Wortes, die Originalität sowie gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse” als “Auswahlkriterien” für das “Jugendwort des Jahres”.

Laut Langenscheidt kristallisieren sich jugendsprachliche Ausdrücke insbesondere “durch Trends und aktuelle[…] Themen aus den Bereichen Musik, Kunst, Gesellschaft [und] Politik heraus; auch Memes haben starken Einfluss darauf, welche Ausdrücke oder Redewendungen sich etablieren können. Erst im März diesen Jahres brachten Fler und Sido den gemeinsamen Song “LOST” heraus, Ufo361 und Yung Hurn releasten im vergangenen Jahr einen gleichnamigen Track.

 

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