Das Magazin “Der SPIEGEL” hat die Ergebnisse einer Datenanalyse veröffentlicht, die den Sexismus im Deutschrap untersucht. Ausgewertet wurden dabei 30.000 Songtexte aus über vier Jahrzehnten Deutschrapgeschichte. Und so wurde vorgegangen:

Zunächst wurde eine Liste der wichtigsten Künstlerinnen und Künstler (437) des Genres Deutschrap zusammengestellt.(…) Die Songtexte wurden auf mehr als 300 verschiedene sexistische Begriffe untersucht.(…) Die meisten Begriffe lassen sich den am häufigsten verwendeten Schlüsselwörtern “Bitch”, “Hure”, “Schlampe”, “Nutte” und “Fotze” zuordnen. Hinzu kommen Beleidigungen aus anderen Sprachen.

Das zugegebenermaßen nicht allzu überraschende Ergebnis: Deutschrap ist Sexistisch. Und das nicht erst seit neustem. Einen Boom hatte sexistische Sprache, laut Studie, vor allem in Zeiten von Aggro Berlin. Nach Ende des Labels 2009 ging der Anteil von Songs mit sexistischen Begriffen hingegen wieder zurück. 2018 wurden dann wieder besonders viele sexistische Wörter benutzt, ehe des im vergangenen Jahr zum bisher stärksten Rückgang kam.

Der Datenanalyse zugrunde liegt eine eher einfache Sexismus Definition. Die untersuchten Songtexte wurden auf 300 verschiedene sexistische Begriffe hin überprüft. Struktureller Sexismus wird so natürlich außen vorgelassen. Das sei, laut Salwa Houmsi, auch eine Erklärung für den starken Rückgang 2019: Der Sexismus sei subtiler geworden. Als Beispiel nennt sie hierfür den Song “Zoey” von Nimo und Capo. Dieser komme ohne sexistische Begriffe aus, propagiere aber ein extrem sexistisches Frauenbild:

“Alles, was sie über diese Frau Zoey erzählen, dass sie viel Sex mit verschiedenen Partnern hat, gern feiern geht, gern kokst, sind Dinge, die damals auch Capos und Nimos eigenem Image entsprachen. Zoey stempeln sie deswegen aber als ‘hässlich’ ab und sagen, dass sie niemals eine ‘Lady’ werde.”

Neben der Sexismus-Entwicklung bietet die Studie aber auch weitere Ergebnisse. So wurden unter anderem die “Rapperinnen und Rapper mit dem höchsten Anteil an Songs mit sexistischem Vokabular” und die “Rapperinnen und Rapper mit den durchschnittlich meisten sexistischen Begriffen pro Song” ausgewertet. In der ersten Kategorie belegt Frauenarzt den ersten Platz, in der zweiten Kategorie gewinnen, etwas überraschend, SXTN. Zudem zeigt die Studie auch die “Raperinnen und Rapper mit den größten Diskografien ohne sexistische Begriffe” auf. Hier setzten sich Deichkind mit 127 Songs durch. Alle Ergebnisse Der Datenanalyse könnt ihr euch hier durchlesen.

Flers Reaktion:

 

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