Shirin David hat es auf das Cover des Kulturmagazins von SPIEGEL geschafft. In dem Artikel “Meine Agenten sagen: ‘Zieh dich an” spricht die Rapperin über ihre (neue) Rolle im Rap, ihr Frauenbild und ihre Sicht auf den Feminismus und den Vorwurf des Blackfacing.

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Rolle im Rap

60 Prozent Shirin, 40 Prozent Babsi” – so beschreibt Barbara Shirin Davidavicius sich und ihren Rap im Interview mit dem SPIEGEL selbst. Nachdem sie auf ihrem letzten Album in der Rolle der Babsi eher “klassischen Pop, viel RnB gemacht und über Liebe gesungen” habe, versuche sie in ihren neuen Tracks eher die Shirin in sich rauszulassen. Diese sei “direkt, dreist” und bringe “Leute aus der Fassung“. Das bringe ihr auch mehr Respekt in der Szene ein. Genau wie der gemeinsame Song mit Haftbefehl. Dieser habe aber auch gezeigt, dass an Frauen andere Erwartungen im Rap gestellt werden. Während die meisten Leute Haftbefehls Part einfach “krass” fänden, würden sie bei ihr genauer hinschauen:  Bei mir […] prüfen sie, ob meine Reime auch wirklich sauber sind, zählen Silben. Das habe ihr vor allem eines gezeigt: Ich muss einfach immer dreimal besser sein. Die warten auf meine Fehler. Aber ich bin mir gerade meiner sehr sicher: Ich bin Shirin. Gegen jegliche Norm.

Frauenbild und Feminismus

Ihr eigenes Frauenbild und ihre Sicht von Feminismus beschreibt Shirin mit dem Begriff der Selbstbestimmung: “Jede Frau darf machen, was sie möchte, ohne verurteilt zu werden, darf Rollkragenpulli tragen oder komplett nackt sein.” Bei ihr selbst, würden Leute immer wieder davon ausgehen, dass sie ihre Agenten dazu auffordern würden, sich in ihren Videos ausziehen. Dabei wäre es andersrum: “Meine Agenten sagen zu mir: “Zieh dich an.” Es würde schwerer werden, musikalisch ernst genommen zu werden, wenn man sich als Frau auch “optisch präsentieren” würde.

Blackfacing

Gegen Ende des Artikels, kommt das Gespräch auch auf das Thema Blackfacing zu sprechen. Bereits mehrmals in ihrer Karriere wurden Vorwürfe erhoben. Als “Blackfacing” wird die rassistisch motivierte, kulturelle Aneignung der Hautfarbe von People of Colour durch Weiße bezeichnet. Im SPIEGEL äußert sich Shirin zu den Vorwürfen. Es sei ein “superkomplexes Thema.” Sie habe sich intensiv damit beschäftigt. Früher habe sie auch “Cornrows“getragen: “Da wurden mir Begriffe wie “kulturelle Aneignung” noch gar nicht nahegelegt, da hatte auch keiner ein Problem damit, wenn mein Spray Tan ungewollt zu dunkel wurde.”. Heute sei das anders. Auch durch das Internet. Man habe heute viel mehr Möglichkeiten zuzuhören. Und das tue sie auch: “Ich höre zu. Heute verstehe ich, wenn das Leute sauer macht.”

Das ganze Interview könnt ihr hier nachlesen.

 

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