Am vergangenen Freitag releast OG Keemo sein langerwartetes Album “Mann Beisst Hund”, zuvor veröffentlichte er auf Instagram einen dreiteiligen Epilog, in dem er über eigene Erfahrung mit Hunden und seine Sicht auf das Verhältnis zwischen den Tieren und Menschen erzählt. “Als ich jünger war, also so fünf oder sechs Jahre alt, hatte ich ‘ne riesige Angst vor Hunden […]”, beginnt er den ersten Teil seines Epilogs. Der Respekt von den Tieren soll dabei von der Begegnung mit einem Rottweiler kommen, der ihn als Kind zwar lediglich “abgeschlabbert”, aber dennoch traumatisierte habe. Dazu kam, dass der Vater von Karim Joel Martin, so der Rapper mit bürgerlichem Namen, ihm erzählt habe, die Tiere würden die Angst der Menschen riechen und erst dann wirklich durchdrehen. Fortan, erzählt Keemo, fürchtete er sich viel mehr davor, Angst vor Hunden zu haben, als vor den Tieren selbst.

 

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“So zehn, elf, zwölf Jahre später, ich hab’ schon lange keine Angst mehr vor Hunden gehabt, aber so ein Satz ist mir trotzdem im Kopf geblieben”, fährt der Rapper im zweiten Teil des Epilogs, den er etwa drei Tage später veröffentlichte, fort. Sein Homie habe zu ihm gesagt: “Egal was ist, du darfst niemals vor ‘nem Hund wegrennen. Weil, wenn du anfängst zu rennen, erst dann fangen sie an zu jagen.” Mit 17 sei ihm aufgefallen, dass dieser Satz auch auf Menschen zutreffe. Keemo erzählt von einer Geschichte, in der er ein “paar Probleme […] mit den Jungs aus der Siedlung” gehabt haben soll. Er habe einem von ihnen ins Gesicht geschaut und auch, wenn dieser nichts gesagt habe, wusste der Rapper, was er meinte: “Fang’ nicht an zu rennen.”

 

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“Ich hab den Entschluss für mich gefasst, […] du brauchst keine Angst davor zu haben, was der Hund dir tut, sondern musst eher Angst davor haben, was der Mann dem Hund tut“, erzählt der Künstler im letzten Teil seines Epilogs. Auch auf dem Album selbst, spezifischer auf “Hund Skit” und “Mann Skit”, zwei aufeinanderfolgende Dialoge, wird die Beziehung zwischen den Tieren und uns, sowie das Kräfteverhältnis nachdenklich versucht zu erklären: “Die Verantwortung ist jetzt bei uns. Und wir haben ihn’n jegliches Recht auf Schuld genommen. Also wenn Hund Mann beißt, sind wir Schuld. Und wenn Mann Hund beißt, dann auch, wisst ihr, was ich meine?” Das Thema wird im Laufe des Albums und der einzelnen Tracks immer wieder aufgegriffen. Die Tiere scheinen schlussendlich also als Metapher für eine viel tiefergehende Gesellschafts- und Machtkritik am Menschen seitens OG Keemo zu stehen und auch deshalb wird er sich für den Titel “Mann Beisst Hund” entschieden haben.

 

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