1st There Was The Beat
1st There Was The Beat

Mit 1st There Was The Beat haben die Jungs von El Magico eine DVD abgeliefert, die sich das ambitionierte Ziel setzt die deutsche Produzentenriege in den Mittelpunkt zu rücken und die Leute vorzustellen, die den Rappern die passende Basis für ihre Hits liefern. Für dieses Projekt konnte man eine bemerkenswerte Anzahl an Producern gewinnen, darunter so bekannte Namen wie Melbeatz, DJ Desue, Beatlefield, Tai Jason oder M3 & Noyd. So kommen nun insgesamt über 30 Producer zu Wort, die über die Länge von über 150 Minuten über das Leben als Producer berichten. Neben bereits etablierten Beatbauern wie den Beathoavenz oder Rap Urgestein Martin Stieber verschaffen auch aufstrebende Leute wie Benny Blanco, Flashgordon oder die Beatgees einen Einblick in ihr Produzentendasein. Im Gegensatz zu gängigen Konkurrenzprodukten wie beispielsweise der Rap City Berlin DVD verzichten die Macher von 1st There Was The Beat auf eine separate Auswahlmöglichkeit der einzelnen Künstler und haben sich die Mühe gemacht einen zusammenhängenden Dokumentarfilm zu konzipieren, der sich in verschiedene Themen wie zum Beispiel Arbeitsalltag oder Einflüsse aufteilt. Dies hat den Vorteil, dass der Film einen homogenen und konzeptuellen Charakter aufweist, was den Filmgenuß merklich fördert. Allerdings birgt diese Entscheidung auch den Nachteil, dass man nicht die Möglichkeit besitzt seinen Lieblingsproduzenten bequem anzuwählen, sondern gezwungen ist in den jeweiligen Kapiteln nach seinen Wortbeiträgen zu suchen. Hier wäre es wünschenswert gewesen, als Alternative zu dem eigentlichen Film eine Liste mitsamt einer Auswahlmöglichkeit der einzelnen Produzenten anzubieten.

Inhaltlich wird wie bereits erwähnt in verschiedenen Kapiteln das Produzentendasein intensiv beleuchtet. So äußern sich die Protagonisten über ihre Anfänge, ihre Einflüsse und sprechen über den derzeitigen Qualitätsstatus der deutschen Producer Armada im Vergleich zu den Staaten. Dabei ist es vor allem sehr interessant zu beobachten, inwiefern sich Ansichten und Arbeitsweisen der jeweiligen Produzenten unterscheiden oder gleichen. Abgerundet wird das Ganze mit mehreren Studiovorstellungen und Studiosessions. Zwar werden im Verlaufe des Films auch einige technische Details besprochen, doch geraten diese Ausführungen glücklicherweise nicht zu komplex und ausschweifend, so dass auch Nichtkenner diesem Geschehen einigermaßen folgen können.

Die Produzenten kommen allesamt sehr sympathisch rüber und haben auch jede Menge interessante Dinge zu berichten. Joe Rilla gibt sich gewohnt entspannt und charismatisch, Sleepwalker und Rob Easy beweisen Einiges an Humor. Leider fehlt es über längere Dauer teilweise am nötigen Entertainment, da sich die Beatbauer meist doch etwas nüchtern und seriös geben. Dies ist natürlich lobenswert, da dadurch der Inhalt in den Vordergrund gerückt wird, die Doku mit ihren informativen Charakter punkten kann und peinliche Momente ausbleiben, doch mangelt es ein bisschen an unterhaltsamen Momenten. Zu selten entstehen wirklich denkwürdige Momente, wobei die hitzige Debatte über die Musikpiraterie, die sich im Bonusmaterial befindet, als gutes Gegenbeispiel herhalten kann. Vielleicht hätte man den Film zwischendurch mit einigen Anekdoten über amüsante Studiosessions oder sonstigen lustigen Storys aus dem Leben eines Produzenten auflockern können, da sich bei der enormen Spieldauer von 150 Minuten doch eine gewisse Eintönigkeit ausbreitet. Zudem hätte man auch einige Themenbereiche kürzen können um mehr Platz für weitere Gesprächsthemen zu bieten und so für noch mehr Abwechslung zu sorgen.

Insgesamt aber stellt 1st There Was The Beat weitestgehend eine amtliche Dokumentation dar, die mit vielen informativen Einblicken in die Produzentenwelt begeistern kann und einen kompletten Überblick über die Szene vermittelt. Angehende Produzenten sollten die DVD daher als Pflichtprogramm ansehen und sich anschauen wie die Topriege der deutschen Beatschmiede zu Werke geht. Auch viele andere Rapfans werden sich aufgrund des durchdachten Konzeptes sicherlich an der DVD erfreuen. Alles in allem kann man das Erstlingswerk von El Magico Pictures also als gelungen bezeichnen, wenn es auch noch einige Schwachstellen auszumerzen gilt. Eine würdige Hommage an die deutsche Produzentenschar stellt die DVD jedoch allemal dar.

By: BJ AN

5 Responses
  1. Droux

    wie jetzt ? deutsche produzenten dvd OHNE shuko ?!? geht doch eigentlich gar nicht … oder hat es irgend ein deutscher producer weiter gebracht das er für u.A. Vinnie Paz beats bauen durfte ? der Herr hätte sogar was zu amiland sagen können (gut kann Tai bestimmt auch) ohne dabei mit halbwissen um die ecke zu kommen 😉

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