Wer die sozialen Medien aktiv nutzt, dem ist in den letzten Tagen vielleicht auch ein Post aufgefallen, der u. a. von der Piratenpartei, dem ein oder anderen Promi und diversen Witz-Seiten verbreitet worden ist: “Neben mir kontrolliert ne Lehrerin ihre Klausuren im Zug. Wer auch immer Christian Erk (der Name variiert) ist: du hast ne 5 in Englisch. Frohes Neues du Null.”

Der Post ist im Original von Rapper Rockstah gewesen, der ihn ursprünglich auf Twitter und Facebook veröffentlicht hatte. In einer Kolumne auf Gameswelt.de hat dieser jetzt das Enstehen und die ungeahnten Folgen des Post kommentiert.

Kritiker, die spekuliert haben, dass der Post nur erfunden wäre, haben offenbar zumindest teilweise recht: Einen Christian Erk, der eine 5 geschrieben hat, gibt es wohl nicht, zumindest weiß Rockstah nichts von diesem. Die Szene an sich ist aber zumindest nicht völlig frei erfunden. Rockstah hat wirklich im Zug neben einer Englisch-Klausuren korrigierenden Lehrerin gesessen, die wohl auch mit der Klausur eines Christians beschäftigt war, der Nachname und die Note des Jungen sind aber fiktiv. Ursprünglich hatte der Rapper sich also wirklich nur einen Post zur Unterhaltung seiner Fangemeinde ausgedacht.

Als sich dann aber in den Kommentaren zum Post ein vermeintlicher Christian Erk (offenbar ein Fake-Profil) zu Wort meldete und mit “Echt jetzt? -.-“ kommentierte, rollte die Lawine los: Der Screenshot des Post und des Anschließenden Kommentars verbreitete sich wie ein Lauffeuer in den sozialen Medien, der Spruch wurde in abgeänderter Form auch auf einigen Facebook-Witzseiten übernommen. Am Ende konnte man den Post sogar auf den Facebookseiten der Piratenpartei und von Ex-Monrose-Sängerin Senna sehen.

Es sind aber nicht nur die Personen, die seinen Post verbreiten, die Rockstah vor allem Unbehagen bereiten, sondern die Massen an Menschen, die, in welcher Form auch immer, auf den Post in dem folgenden Zeitraum reagiert und einen regelrechten Shitstorm um seine Person entfacht haben. Unter anderem schlagen vermeintliche Menschenrechtler und Datenschützer Christian Erk vor, dass er für die Demütigung seiner Person doch vor Gericht ziehen sollte, andere werfen dem Originalverfasser Witzklau und Aufmerksamkeitshascherei vor. Vereinzelt wird ihm sogar der Tod oder eine Ausweisung ins Ausland gewünscht. An diesen Aussagen beschäftigt Rockstah vor allem die Frage, warum keiner der oben Genannten sich die Frage über die Echtheit des Posts gestellt hat; er selber habe nur einen Witz machen wollen.

In den sozialen Medien hat Rockstah zumindest nicht direkt auf Verfasser der Anfeindungen reagiert, dass er aber trotzdem mit Trittbrettfahrern umzugehen weiß, zeigt dieser Gesprächsausschnitt:

Abseits von allen Internethypes wird Rockstah aber auch musikalisch wieder von sich hören lassen: Noch im Frühjahr 2014 soll sein neues Album “Pubertät” erscheinen. Eine Hörpobe gibt es hier mit “Die kleinste Sekte der Welt”.

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