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Rick Ross hat sich in den letzten Tagen einigen 〞rger ins Haus geholt. Grund ist eine kontroverse Zeile, die Rozay auf dem Rocko Track “U.O.E.N.O. (You Ain’t even Know It)” platziert hat:

“Put molly all in her champagne, she ain’t even know it / I took her home and enjoy that, she ain’t even know it.”

Bei dem Term “Molly” handelt es sich um eine pulvrige bzw. kristalline und purste Form der Droge MDMA, die in den Staaten mittlerweile gerne als Club Droge konsumiert wird und auch schon Einzug in die Tracks einiger US Rapper gefunden hat. So reimt Trinidad Jame$, auf seinem Hit “All Gold Everything”, dass er durch “Molly” gerne mal ins Schwitzen gerät, während Tyga und Wiz Khalifa der Partydroge gleich einen gesamten Track samt Video widmeten.

Seiner Zeile in “U.O.E.N.O.” nach schüttet Rick Ross jedenfalls seiner Auserwählten heimlich “Molly” in den Champagner und nimmt sie dann mit nach Hause. Die Reaktion kam prompt und heftig: so bannte ein Radiosender aus Michigan Rick Ross‘ Musik aus seinem Programm und die Plattform change.org forderte in einer Petition auf, dass sich der Rapper entschuldige. Der Plattform nach glorifiziere die Zeile die Vergewaltigung von Frauen. So heißt es in der Petition:

“If what he is saying is true, not just meaningless lyrics he has just publicly admitted to drugging and raping a woman. This should be investigated further and he should be prosecuted. If it is not true and they are just lyrics, he has still just glorified rape and this should not be ignored.”

Rick Ross versuchte die Wogen zu glätten und erklärte in einem Interview, dass seine Zeilen ein Missverständnis seien. Ein wenig sehr einfach macht er es sich dabei, in dem er zu Protokoll gab, dass es bei dem Text nicht um Vergewaltigung gehe, da ja das Wort “Rape” (=Vergewaltigung) nicht vorkomme und daher seine Zeile falsch interpretiert worden sei.

“Woman is the most precious gift known to man, you understand? It was a misunderstanding with a lyric, a misinterpretation where the term rape wasn’t used. I would never use the word rape in my records.”

Auch sagt Ross in dem Interview, dass er und sein Maybach Music Camp die Vergewaltigung von Frauen nicht gutheißen:

“And as far as my camp, Hip Hop don’t condone that, streets don’t condone that. Nobody condones that, you understand me? I just wanted to reach out to all the queens that’s on my timeline, all the sexy ladies, the beautiful ladies that have been reaching out to me about the misunderstanding. We don’t condone rape and I’m not with that.”

Sein halbgarer und unmotiverter Schlichtungsversuch brachte Ross jedoch keine Ruhe ein. Mit Talib Kweli stellte sich ein Rapperkollege öffentlich gegen Rick Ross und nannte dessen Entschuldigung inakzeptabel:

“I don’t care if Rick Ross is 40 years old—he’s a misguided 40-year-old person.. Rick Ross condoned rape in that song … and he should apologize, and his apology that he offered was unacceptable.”

Zudem wandte sich die Frauenrechtlerinnen Gruppe UltraViolet gegen Rick Ross und forderte Rozay’s Sponsor Reebok auf, sich von dem Rapper zu lösen. Um ein Zeichen zu setzten demonstrierten einige Frauen vor dem Reebok Store in New York:

Rick Ross twitterte noch am gleichen Tag eine Entschuldigung, die jedoch sehr halbherzig anmutet:

Die Angelegenheit ist insgesamt ein schwieriges Thema. Frauen haben im Rap seit jeher einen schwierigen Stand und werden desöfteren mit misogynen Texten bedacht, da braucht ein Rick Ross nun nicht auch noch mit irgendwelchen überspitzten Rapper Fantasien daherkommen. Man muss aber auch sagen, dass Ross beileibe nicht der Erste ist, der solch eine kontroverse Zeile kickt: schon andere Rapper wie Notorious B.I.G., Eminem oder Tyler, The Creator haben in der Vergangenheit über die Vergewaltigung von Frauen gerappt (man denke nur an die sehr alte Eminem Zeile “raped the women’s swim team”) und vielleicht hätte man der Rozay Line beim normalen und unkonzentrierten Durchören nicht einmal sonderlich viel Aufmerksamkeit geschenkt. In diesem Falle haben jedoch bestimmte Personen die Zeile aufgegriffen und dann eine angebrachte Kritik geäußert, die dann per Schneballsystem eine Problematik offenlegt, die leider seit jeher im Rap vorliegt. Dies stellt jedoch auch für einen Rick Ross keine Rechtfertigung dar, solch eine frauenverachtende Line zu droppen.

Vielleicht hätte man daher eine angemessenere Entschuldigung von Rick Ross erwarten können oder seinerseit einfach gar keine Reaktion.

UPDATE:

Während Rapperkollegen wie Ace Hood oder Meek Mill ihren Buddy Rick Ross vehement verteidigen, bekommt dieser wegen seiner kontroversen Zeilen nun erste geschäftliche Unannehmlichkeiten zu spüren- Nachdem Frauenrechtlerinnen Druck auf Reebok ausgeübt haben, hat der Sportbekleidungshersteller nun seinen Werbevertrag mit dem Rapper aufgelöst. In einem Statement der Modemarke heißt es:

“Reebok holds our partners to a high standard and we expect them to live up to the values of our brand. Unfortunately, Rick Ross has failed to do so. While we do not believe that Rick Ross condones sexual assault, we are very disappointed he has yet to display an understanding of the seriousness of this issue or an appropriate level of remorse.”

Eine Reaktion seitens Rick Ross hinsichtlich des beendeten Deals, steht noch aus.

UPDATE 2:

Rick Ross hat dem großen öffentlichen Druck nachgegeben und nun ein offizielles Entschuldigungssschreiben veröffentlicht:

“Before I am an artist, I am a father, a son, and a brother to some of the most cherished women in the world. So for me to suggest in any way that harm and violation be brought to a woman is one of my biggest mistakes and regrets. As an artist, one of the most liberating things is being able to paint pictures with my words. But with that comes a great responsibility. And most recently, my choice of words was not only offensive, it does not reflect my true heart. And for this, I apologize. To every woman that has felt the sting of abuse, I apologize. I recognize that as an artist I have a voice and with that, the power of influence. To the young men who listen to my music, please know that using a substance to rob a woman of her right to make a choice is not only a crime, it’s wrong and I do not encourage it. To my fans, I also apologize if I have disappointed you. I can only hope that this sparks a healthy dialogue and that I can contribute to it.”

—William Roberts (a.k.a “Rick Ross“)

Auch bei seinem ehemaligen Sponsor hat sich Rozay bedankt:

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