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“Endboss Style”. Check. “Wir fikkken alles”. Check. “Der Ghettotraum in Handarbeit”. Check. Eigentlich sind Rapper durchaus kreativ, was ihren musikalischen Output anbelangt und erfreuen uns Konsumenten mit originellen Texten, knackigen Sounds und durchdachten Songkonzepten. Wenn es aber dann darum geht einen geeigneten Namen für sein Baby zu finden, dann scheint es bei einigen Künstlern mit der sonst so blühenden Fantasie vorbei zu sein. Manch Einer geht daher auf Nummer sich und gibt seinem Tonträger einen möglichst unspektakulären und langweiligen Titel: das Spektrum reicht hierbei von Zahlenspielen (Bushido mit “7” oder Snaga & Pillath mit “II”) bis hin zum Rezitieren des eigenen Künstlernamens (Kollegah mit Kollegah).

Manch Anderer allerdings verwundert namenstechnisch mit eher gewöhnungsbedürftigen Ideen, über deren Sinnhaftigkeit man zumindest anderer Meinung sein darf. Wir präsentieren daher einige Albumtitel, die man durchaus als misslungen bezeichnen kann, wobei das Ganze natürlich wie immer Geschmackssache ist und im Auge des Betrachters liegt.


Die Orsons“Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit, Orsons”:

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Die Orsons werden von den meisten Raphörern als hochkreatives Kollektiv gelobt, das durch einfallsreiche und humorvolle Musik begeistern kann. Diejenigen pedantischen Nörgler, die die Chimperator Boyband immer noch als albernes Hampelmänner Quartett abtun, können zumindest beim Namen des zweiten Orsons Album einen Ehrentreffer landen: man mag den Humor der Orsons teilen oder nicht, aber “Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit, Orsons” ist schon ein irgendwie dämlicher Titel, der ziemlich gezwungen klingt nach dem Motto “Wir brauchen noch einen möglichst exzentrischen Namen für unser Album”. Der ellenlange Name ist dabei aber weder besonders lustig, noch sonderlich einfallsreich, sondern in erster Linie einfach nur lang und öde ausgefallen und insgesamt eher ein zu gewollter und halbgarer Schenkelklopfer.

Ebenfalls erwähnenswert: Hammer & Zirkel hatten bei ihren Albumtitel “Musik ist unser Leben, darum werden wir Erzieher” wohl gekonnt um die Ecke gedacht, allerdings wird sich bei so einem unnötig umständlichen Titel wohl kaum Einer die Mühe machen die Sinnhaftigkeit dahinter zu entziffern. Mit “Wir sind Freunde und darum machen wir Musik” wurde das sympathische Duo dann sogar zum Albentitel Wiederholungstäter.


Megaloh“Im Game”:

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Zwar konnte Megaloh erst jüngst mit “Endlich Unendlich” seinen endgültigen Durchbruch verzeichnen, allerdings war die Rapmaschine aus Moabit bereits Jahre zuvor aktiv “Im Game”. Seine Existenz “Im Game” ist Megaloh glücklicherweise auch aufgefallen und war für ihn 2005 Grund genug sein Debut nach dieser beliebigen Anglizismus Phrase zu benennen. So kreativ Megaloh in seinen Songs mit der deutschen Sprache auch umgehen mag, bei “Im Game” hatte er anscheinend kurzzeitig seinen Synapsen eine Ruhepause verordnet.

Ebenfalls erwähnenswert: Bei Franky Kubrick konnte man in der Vergangenheit gerne mal Eindruck gewinnen, dass er nach Feierabend fleißig Smack DVD’s konsumiert. Folgerichtig kam der Stuttgarter Rapper dann auf die glorreiche Idee sein 2006er Street Album als “Mein Moneyfest” zu betiteln. Da hätte der gute Frank lieber auf das fade Wortspiel verzichtet und das Ganze gleich “Mein Manifest” genannt, anstatt sich den stupiden und unsäglichen Deutsch – Englisch Hybriden “Mein Moneyfest” zusammenzubasteln.


Frauenarzt“Dr. Sex”:

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In seiner Prä Atzen Musik Karriere, war Frauenarzt noch der von besorgten Jugendschützern gefürchtete “Porno Rapper” mit Dauererrektion. Und da Arzt damals bevorzugt und ausgiebig über Geschlechtsverkehr in all seinen Variationen berichtete und zudem sein Künstlername einen Doktortitel fast schon impliziert, zählte der umtriebige Berliner Eins und Eins zusammen und taufte eines seiner vielen Soloalben kurz und knapp auf “Dr. Sex”. Damit ist Frauenarzt zwar stilistisch nahe an Frühwerke wie “Tanga Tanga” oder “Porno Party”, “Dr. Sex” ist dann aber noch einmal ein ganze Stück absurder und erinnert an einen deutschen Pornschinken mit Dauerficker Conny Dachs und Vivian Schmitt in den Hauptrollen.

Ebenfalls erwähnenswert: Zwar freuen wir uns alle auf das angekündigte Schwesta Ewa Debutalbum, jedoch denkt man bei dem Titel “Dr. Entjungferung” eher nach einem neuen Sex- bzw. Emanzipationsbuch von Lady Bitch Ray, als an das heißerwartete Erstlingswerk der talentierten Straßenrapperin.


Eko Fresh“Ekaveli”:

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Grundsätzlich kennt und schätzt man Eko Fresh als einfallsreichen Rapper, der stets originelle Songtitel, Punchlines und Sprüche aus dem 〞rmel schüttelt. Machen wir uns aber nichts vor: Eko’s “Ekaveli” Phase um 2007 fühlt sich in der Retrospektive einfach nicht gut an. Die Idee sich inhaltlich und musikalisch bei einem ganzen Album vom Idol 2Pac inspirieren zu lassen, gestaltete sich in der Umsetzung für viele Hörer als zu einfallslos und eigentlich unnötig. Auch beim Albumtitel machte es sich der sonst so stilsichere Spitter ein wenig einfach: aus 2Pac‘s “Makaveli” wurde kurzum ein fades und zu vorhersehbares “Ekaveli”, das sich wie das gesamte Albumkonzept irgendwie ungeschickt anfühlt. 2Pac Hommage hin oder her, einen “Ekaveli” bedurfte es nie und glücklicherweise konnte sich Eko Fresh nach seiner 2Pac Phase später wieder erfolgreich auf die Deutschrap Landkarte hieven.


Deluxe Records“Liebling, ich habe das Label geschrumpft”:

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Nach einigen Schwierigkeiten mit den ersten Releases und den Abgängen von Snaga & Pillath, Manuellsen, Illo und den komplett in Vergessenheit geratenen Headliners, setzte sich Deluxe Records Ende 2008 nur noch aus Tua, Ali As und dem Labelchef Samy Deluxe zusammen. Das übriggebliebene Trio veröffentlichte einen Labelsampler und um die Verkleinerung des Labels auch im Titel zu kennzeichnen, ließ man sich bei beim Albumanmen von der 80er Jahre Hollywood Komödie “Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft” inspirieren. Allerdings scheint es so, als als haben sich die drei Herren bei einer Runde Kekse und Milch kichernd für den Titel “Liebling, ich habe das Label geschrumpft” entschieden: das Ganze klingt nämlich eher nach durchschnittlichem Viertklässler Humor als nach einem ausgeklügelten und freshen Titel für eine Label Compilation und ist ein denkbar unwürdiger Titel für diese drei Könner.

Ebenfalls erwähnenswert: Fettes Brot ließen sich sich 1996 von einem Werbeslogan des Gefrierbeutel Herstellers Toppits dazu verleiten, ihrem Album einen Sparwitz als Titel zu verpassen: aus “Außen Toppits, Innen Geschmack”, schneiderten die drei Nordlichter kurzerhand den Kalauer “Außen Tophits, Innen Geschmack”. Das ist so schlecht, das es fast schon wieder gut ist…

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