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Brooklyn strotzt zur Zeit nur so vor jungen, kreativen und talentierten Rappern. So stammt auch das jüngst bekannt gewordene Duo namens The Underachievers, bestehend aus Issa Dash und A.K., ebenso wie eine andere, im letzten Jahr zu Internet-Fame gelangte Crew namens Flatbush Zombies, aus der Region Flatbushs in Brooklyn. Obwohl die beiden Crews zwar privat auch miteinander befreundet sind, machen The Underachievers jedoch sehr unterschiedliche Musik als ihre durchgedrehten Kollegen. Musikalisch wurde das junge Team bisher eher mit anderen frischen Crews, wie dem A$AP Mob und der Pro Era Crew um Joey Bada$$ in Verbindung gebracht und konnte sich nun über ein Plattenvertrag bei dem Brainfeeder Label von Produzent Flying Lotus freuen. Grund genug also, um das bisherige Schaffen von The Underachievers unter die Lupe zu nehmen.

Die beide MCs stammen aus Flatbush, Brooklyn, haben allerdings unterschiedliche ethnische und kulturelle Wurzeln. Issah Dash hat sowohl chinesische als auch Afro-amerikanische Familienmitglieder und wuchs nach eigenen Angaben zu den Klängen von Reggae und Eric Clapton auf, während A.K.s Familie ursprünglich aus Trinidad kommt und in seiner Jugend viel Sade und Brian McNight hörte. Beide trafen sich als Juice, von den Flatbush Zombies, A.K. in Issah Dashs Wohnung mitbrachte, um dort ein paar psychedelische Drogen ein zu schmeißen. Wie bei den Zombies spiegelt sich der Hang zu spirituellen und psychedelischen Dingen auch in der Musik der Underachievers wieder. Das erste Video des Duos, zu ihrem Track “So Devilish“, erschien im Mai letzten Jahres und verschaffte ihnen die erste Aufmerksamkeit in der Blogosphäre.

A.K. fing bereits mit 11 Jahren an Texte zu schreiben und mit 16 Jahren kleinere Tracks aufzunehmen. Issah Dash behauptet nie Ambitionen gehabt zu haben mit dem Rappen anzufangen, doch nachdem er aus Spaß einige Features für A.K.s Tracks aufgenommen hatte, ermutigten ihre Freunde und andere Rapper in ihrem Umfeld sie, als Rap-Duo loszulegen. Der Name “The Underachievers” stammt aus A.K.s Schullaufbahn, da er ständig high war und sich von Lehrern anhören musste, er würde mit seinem Verhalten trotz seiner Talente wohl nur das Mindeste erreichte. Sie gaben sich selbst den Namen, um etwas positives aus dieser negativen Bezeichnung zu schaffen. Vor Kurzem erschien eine kurze Dokumentation über das Duo, in der sie über ihre Anfänge als Rapper, Erfahrungen mit Drogen, existenzielle Fragen und Spiritualität sprachen.

Nachdem das erste Video der Underachievers vom Internet-Publikum gut angenommen wurde, häuften sich in Folge darauf auch ihre Twitter-Follower. Issah Dash tauschte sich mit einer der Twitter-Jünger rege über Musik und Spiritualität aus. Sie erzählte ihm, dass sie seine Musik ihrem Freund Steve zeigen werde, wobei sich Issah sich nicht viel dabei dachte. Einen Tag später offenbarte sie ihm, dass ihr Freund Steve niemand geringeres als Beat-Guru Flying Lotus sei. Die Freude und Hysterie der Underachievers war verständlich groß und sechs Monate und kleinere Bewährungsproben auf der Bühne später, nahm der Beatschmied aus Los Angeles die Beiden tatsächlich bei Brainfeeder unter Vertrag.

Als A.K. und Issah Dash mit ihrem ersten Mixtape “Indigoism” beschäftigt waren, wollte Flying Lotus jedoch noch nichts damit zu tun haben: “Why not just do this project yourself. Give them this project yourself.” Gesagt, getan. Auf “Indigoism” befinden sich nicht die offensichtlichen Produzenten oder Features aus den Reihen der Flatbush Zombies oder der Pro Era Crew, sondern nur A.K. und Issah Dash stehen im Vordergrund. Sie konzentrieren sich auf dem Mixtape auf Themen, die sie beschäftigen, wie Materialismus, LSD und spirituelles Bewusstsein abseits jeder Religion, und umhüllen das Ganze mit smoothen Beats und einprägsamen Flows. Ihre neueste Videoauskopplung zu dem Track “The Mahdi” wurde in Los Angeles gedreht und der Track enthält ein Sample vom Klassiker “93 Til Infinity” der Souls Of Mischief, mit denen sie oft verglichen werden.

The Underachievers sind definitiv eine Kraft mit der in Zukunft gerechnet werden kann. Neben Joey Bada$$, A$AP Rocky und den Flatbush Zombies stellen sie eine junge Generation an Rappern dar, die den New York-Sound gleichzeitig zurückbringen, gleichzeitig aber neu interpretieren. Außerdem darf man gespannt bleiben, was aus den zukünftigen Zusammenarbeiten mit Flying Lotus entstehen wird.

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