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Es kam aus dem Süden und übernahm irgendwann weite Teile der Hiphop-Kultur. Syrup, Sizzurp, Lean, Purple Drank, Dirty Sprite – die Liste der Namen für das beliebte Gemisch aus codeinhaltigem Hustensaft, Limonade und Bonbons ist endlos. Wer in den letzten zehn Jahren in irgendeiner Weise das Rap-Geschäft verfolgt hat, wird wenigstens einen dieser Namen schon einmal gehört haben. Es wird glorifiziert, besungen wie eine Frau und bei manchen Rappern kann man schon davon ausgehen, dass der Syrup in jedem ihrer Track mindestens ein Mal Erwähnung findet. Es gibt sogar so etwas wie ungeschriebene Gesetze für den stilechten Syrupkonsum. Wo es in den Südstaaten Amerikas genau begann oder wer für die Erfindung verantwortlich ist, bleibt indess unklar. Angeblich soll die Syrup-Kultur allerdings aus Texas stammen, wo sich das lila Mischgetränk schon seit den 60er Jahren großer Beliebtheit erfreuen soll.

In den 90er Jahren wurde das Phänomen dann auch tatsächlich verstärkt von Rappern aus Texas in Songtexten erwähnt. DJ Screw, seines Zeichen der Erfinder des Chopped & Screwed Sounds, beeinflusste die Musikszene in Texas und im ganzen Land bis heute mit seinen verlangsamten und sich wiederholenden Beats und Vocals. Ein A$AP Rocky beispielsweise würde sich völlig anders anhören, wenn es DJ Screw nicht gegeben hätte. DJ Screw erschuf einen Sound, der genau auf den trägen und relaxten Gemütszustand passt, den Syrup auslöst. Er erfand somit also den Soundtrack für alle Syrup-Fans und selbst nach seinem Tod an einer Überdosis seines geliebten Dranks blieb das Chopped & Screwed Movement bestehen.

Bereits zu Lebzeiten genoss DJ Screws Sound allerdings bereits eine derartige Popularität, dass mehr und mehr Rapper begannen, sich in ihrem Rapstil an die verlangsamten Beats anzupassen und folgerichtig auch über Syrup zu sprechen. Allerdings hat wohl niemand so exzessiv über seine Liebe zum Purple Drank gerappt wie Houstons Big Moe. Big Moe begann seine Karriere mit Parts auf DJ Screws Mixtapes. Später veröffentlichte er zwei Alben “City Of Syrup” und “Purple World“, auf denen es sich, wie die Titel schon verraten, hauptsächlich um das lila Getränk drehte. Seinen gröten Erfolg konnte der schwergewichtige MC dann auch mit dem Track “Purple Stuff” feiern, der damals mit einem relativ aufwendigen Video im Willy Wonka-Stil versehen wurde. Auch Big Moe verstarb allerdings frühzeitig an einem Herzinfarkt im Jahre 2007, der wohl ebenfalls von einer überdosis Codeine ausgelöst wurde.In 2000 wurde der Begriff “Purple Drank” durch die Zusammenarbeit von Three 6 Mafia und UGK auf dem Track “Sippin On Some Syrup” einem breiterem Publikum vorgestellt. Obwohl in der heutigen Zeit immer davon geredet wird, man solle Syrup doch bitte aus zwei ineinander steckenden Styroporbechern genießen, wird in diesem Video der Purple Drank ganz legere aus Säuglingsflaschen getrunken. Juicy J beschreibt auf diesem Track auch noch einmal in seiner unverwechselbaren Art, wie sich die Droge auf den Körper auswirkt.

Talking like you “What’s up, fool?” Vocal chords sounding lame

So wie der geliebte Sizzurp schon bei DJ Screw und Big Moe Einfluss auf ihr zu frühes Ableben genommen hatte, starb auch UGKs Pimp C in 2007 an einer überdosis Promethazin und Codein. Die Südstaaten Legende war ebenfalls dafür bekannt gewesen viel Syrup zu konsumieren und hatte dementsprechend während seiner Laufbahn auch den ein oder anderen Track zum Thema veröffentlicht.

In der in 2010 veröffentlichten Dokumentation “The Carter” konnte man sich ein direktes Bild davon machen, wie Lil Wayne drauf ist, wenn er Syrup konsumiert hat. In dieser Doku wurde auch ein Track von Weezy in Gänze verarbeitet, der einer regelrechten Liebeserklärung an die Droge gleichkommt und in dem er sogar als Hommage an Big Moe die zweite Strophe komplett von dessen Track “Barre Baby” übernimmt.

One more ounce will make me feel so great / Wait… now I can’t feel my face

Die Karriere von Three 6 Mafias Juicy J erlebt im Moment ihren zweiten Fr??hling, auch wenn sich die Inhalte seiner Texte nicht sonderlich von den alten abheben. Seine Mixtapes, die in den letzten drei Jahren erschienen sind, haben gefühlt auf jedem Track eine Referenz zum Purple Drank vorzuweisen. Sein neuestes Mixtape ist sogar mit “Blue Dream And Lean” betitelt und enthält u.a. diese wunderbare, mit passenden The Weeknd-Sample versehene Codein-Hymne:

Der jüngste im Rapgeschäft, der sich derzeit des Themas Syrup annimmt, ist wohl Newcomer A$AP Rocky. Er und sein A$AP Mob sind bekanntlich stark vom Sound aus Houston beeinflusst und so gehörte es natürlich zum guten Ton, dem geliebten Purple Drank auch einen Song auf A$AP Rockys gefeierten Mixtape “LiveLoveA$AP” zu widmen.

Die A$AP-Jungs waren allerdings nicht die Ersten, die außerhalb der Südstaaten mit dem Sizzurp liebäugelten. Laut Beanie Sigel nippte er in Philadelphia beispielsweise bereits im zarten Alter von 8 Jahren am Double Cup. Mit der Bun B-Kollabo “Purple Rain” hat der Broad Street Bully sogar eine der besten Lean-Hymnen in seinem Repertoire. Darauf wird zur Abwechselung sogar einmal auf die zahlreichen negativen Effekte, die das lila Geöff bei regelmäigen Konsum auslösen kann, hingewiesen. Allerdings nur um es im Chorus wieder in den höchsten Tönen zu preisen. Oder in den Worten von Beanie:

“But be careful it ain’t your ordinary liquid / First time you sip it, you might get addicted / Matter fact, I know you gon get addicted / Cause it’s so sweet…”

</p> <ol title="Streaming music tracks by <a href="http://www.16bars.de/db/artist/12/beanie-sigel/">BEANIE SIGEL</a>&#8221; ></p> <pre><code> &lt;li&gt;<a href="http://www.16bars.de/db/artist/12/beanie-sigel/">BEANIE SIGEL</a> - Purple Rain&lt;/li&gt;</code></pre> <p>Purple Rain</ol> <p>

So wunderbar einige der Songs, in denen dem Syrup gehuldigt wird auch sein mögen, so sehr wird die Droge immer noch unterschützt. Nachdem der zu tiefe Blick in den Double Cup bereits DJ Screw, Big Moe und Pimp C dahin raffte, erscheinen auch Lil Waynes jüngste Infarktähnlichen Anfälle, die ihn dieses Wochenende zweimal ins Krankenhaus zwangen, ob seiner gut dokumentierten Liebe zum Purple Drank, in einem etwas bedrohlicherem Licht, als uns seine Pressesprecher derzeit weismachen wollen.

Dennoch ist der doppelte Styroporbecher inzwischen zum allgegenwärtigen Lifestyle-Accesoire der aktuellen Rap-Szene geworden. So trällerte beispielsweise selbst Goldkehlchen Drake in der Hook von DJ Khaleds letztj?�hrigem Sommer-Smash “I’m On One” fröhlich:

“Two white cups and I got that drink / Could be purple, it could be pink / Depending on how you mix that shit”

Na dann: “Pour Up!”

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