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Mit dem Splash! und dem Frauenfeld Open Air fanden vergangenes Wochenende die zwei grö�?ten Hip-Hop-Festivals unserer Breitengrade statt. Grund genug um in einer besonderen Festival Edition unserer Recap-Rubrik die Wichtig- und Nichtigkeiten, die am Rahmen der beiden gro�?en Open Airs stattfanden in kompakter �?bersichtlichkeit zusammenzu fassen.

Beginnen wir mit dem grö�?ten Rapfestival Deutschlands: Das altehrwürdige Splash!, das dieses Jahr sein bereits 15. Jubiläum feierte, war dieses Jahr zum ersten Mal in seiner Geschichte komplett ausverkauft. Eine gute Mischung zwischen alten Haudegen wie Den Beginnern, Kool Savas, Max Herre, Torch und Taktloss gemixt mit jungen aufstrebenden Künstlern wie Cro, MoTrip, Genetikk, Olson, Ahzumjot, Vega und Kraftklub, etablierteren Acts wie Marsimoto, Kollegah, Favorite, Prinz Pi, Fard, Raf Camora bzw. 3.0, Retrogott und Hulk Hodn, und internationalen Grö�?en wie Nas, Wiz Khalifa, Mac Miller, MF Doom, A$AP Rocky, Big K.R.I.T., De La Soul und Danny Brown, hatten dafür gesorgt, dass bereits vor Festivalbeginn keine Tickets mehr verfügbar waren.

Dennoch schien einigen deutschen Rap-Künstlern das gebotene Line-Up nicht divers genug zu sein bzw. die deutsche Szene nicht in vollem Umfang zu repräsentieren:

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Donnerstag

Der Donnerstag war zunächst vornehmlich der jungen Garde vorbehalten. Nachdem VBT-Sieger Weekend den Abend eröffnet hatte, folgten Auftritte von Olson, den 257ers, Genetikk, Ahzumjot,…

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… und natürlich Cro, der die ebenfalls vornehmlich jungen Fans in Heerscharen vor die Aruba-Stage lockte.

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Freitag

Der Freitag Abend begann mit der Schreckensnachricht, dass MoTrip auf seinem Weg zum Splash! in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Bald gab es zwar Entwarnung was Trips Gesundheitszustand betraf, dennoch blieb bei vielen Festivalbesuchern Ernüchterung darüber zurück, nun auf einen Live-Auftritt des “Kanaken mit Grips” verzichten zu müssen.

MoTrips Ausfall sowie eine verspätete Anreise von Nas sorgten dafür, dass der Ablaufplan gehörig durcheinander gewirbelt wurde. So spielte Fard plötzlich nicht mehr am späten Abend im Zelt, sondern stattdessen am frühen Abend auf der Hauptbühne. MoTrips freier Slot wurde notgedrungen von MC Fitti gefüllt, der von sehr ambivalente Reaktionen des Publikums ob seiner Anwesenheit zu berichten wusste. Dennoch hinterlie�? der “30 Grad“-Rapper einige Spuren auf dem Splash! und sei es nur durch die Unmengen an MC Fitti-Aufklebern, die bald Toilettenwände, Imbissbuden und Frauenhintern zierten.

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Für viel Gesprächsstoff sorgte auch der Auftritt von Kollegah und Favorite, bei dem Kollegah ein bisher ungehörtes Accapella vom Stappel lie�?, in dem wieder einmal einige Rapkollegen namentlich erwähnt wurden.

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Obwohl genannter Vega erst am Sonntag die Hauptbühne entern würde, war er bereits Freitag zugegen, um mit seinen Kollegen im eigens errichteten Freunde Von Niemand-Zeltlager zu feiern und auch dort zu nächtigen. Vega postete ebenfalls ein Foto, dass ihn mit Marteria zeigt, dessen Auftritt mit Homie Marsimoto für viele zu einem der Highlights des Freitag Abends zählte.

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Marsimoto lieferte eine Show, die sogar, den viel gefeierten Auftritt vom letzten Jahr überbieten konnte. U.a. kam dabei auch die ein andere Pyrotechnik zum Einsatz.

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Einen weiteren legendären Auftritt legte Kool Savas hin, der eine ganze Reihe an “Friends” mit auf die Bühne brachte, darunter Curse, Tone, Alpa Gun, Ercandize, Laas Unltd und Automatikk. Im Gespräch mit ZDF.Kulturs Hadnet sprach Savas über diesen besonderen Auftritt.


Samstag

Der Samstag Abend stand mit De La Soul, Torch and Friends, Max Herre and Friends und Den Beginnern ganz im Zeichen des Jubiläums.

Was allerdings manche in Kindheits-Erinnerungen schwelgen lie�?, …

… empfanden andere als aufgesetzten World Music-Kitsch.

Im Gespräch mit Visa Vie erzählte Marcus Staiger, dass es nach Max Herres Auftritt tatsächlich noch zu einem Streitgespräch zwischen Max, Staiger und Afrob gekommen sei. Stein des Anstosses waren aber nicht Staigers Kommentare über Max Herres Auftritt, sondern ein Artikel den Staiger vor einigen Wochen in der Spex veröffentlicht hatte, in dem er eine von Afrob in der Vergangenheit getätigte Aussage als antisemitisch kritisiert hatte.


Sonntag

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Sonntag Morgen erreichte dann die Katerstimmung ihren Höhepunkt, doch nachdem das obligatorische Splash!-Unwetter…

… doch relativ zügig am Festivalgelände vorbeizog, fand man sich doch noch vor den Bühnen von Ferropolis ein.

Ein Highlight des Sonntags war der fürs Splash! etwas unorthodoxe Auftritt von Kraftklub, die sich aber von Katerstimmung und Rockmusik-Muffel hinweg setzten und eiskalt ablieferten. Während der Show gab es nicht nur einen Gastauftritt von Nico (K.I.Z.) in seiner Rolle als Fledermaus-Mann, sondern auch Casper performte seinen Feature-Part vom “Songs Für Liam“-Remix.

Casper war bereits seit Donnerstag als Besucher auf dem Splash! gewesen und dokumentierte sein Wochenende in gewohnt unterhaltsamer Manier auf Twitter:

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Nachdem Wiz Khalifa sein Closing-Set auf der Hauptbühne beendet hatte, kündigte Host Roger Reckless eine besondere Bekanntmachung an, die allerdings aufgrund einer technischen Störung nicht wie geplant über den Gro�?bildleinwand übermittelt werden konnte. Folgende Ankündigung wurde den Splash!-besuchern nur ohne Ton geboten:

Als Roger Reckless dann dem Publikum den Inhalt der Videonachricht mitteilte, fiel die Reaktion wohl nicht so aus, wie sich Splash!-Macher und Casper-Management das gewünscht hätten. Vereinzelter Jubel wurde von einer �?berzahl an Buhrufen erstickt und auch auf wiederholte Stimmungsmache von Reckless lie�? man sich nicht zu mehr Sportsmanship verleiten.

Dass sich diese Stimmung allerdings bis zum nächsten Jahr noch wandeln wird, ist aufgrund des jüngst von Casper veröffentlichten Materials, wie auch dem was da noch kommen wird, wohl sehr wahrscheinlich.


Insgesamt war das Splash! für Veranstalter wie Besucher ein voller Erfolg und bewies, dass die vor einigen Jahren noch für tot erklärte deutsche Hip-Hop-Kultur vielseitiger und lebendiger ist, als je zuvor. Die Frage, die blieb, war wie jedes Jahr, wie man blo�? die Zeit bis zum nächsten Splash! überbrücken kann.

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Wer es dieses Jahr nicht nach Ferropolis geschafft hat, dem sei nicht vorenthalten, dass die Kollegen von ZDF.Kultur volle 4 Stunden Live-Material vom Splash! zur allgemeinen Begutachtung online gestellt haben.


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Einige Kilometer weiter südwestlich fand parallel zum Splash! mit dem Frauenfeld Open Air das grö�?te Hip-Hop-Festival Europas statt, welches dieses Jahr mit einem besonders imposanten Line-Up beeindrucken konnte. Namen wie Drake, 50 Cent, Nas, Rick Ross, Lauryn Hill, Ludacris, Wiz Khalifa, Mos Def, J. Cole, Mac Miller, Yelawolf und A$AP Rocky lie�?en jeden Fan der Kultur mit der Zunge schnalzen. Hinzu kam ein ebenfalls sehr amtliches Kontingent deutschsprachiger Künstler, darunter Die Beginner, sido, Max Herre, Samy Deluxe, K.I.Z., Marsimoto, Prinz Pi, Raf 3.0 aka Raf Camora, Kollegah und Favorite.

Sido der seit seinem von Becherwürfen kolportierten Deine Lieblingsrapper-Auftritt 2005 keine Show mehr auf dem Splash! absolviert hatte, machte gleich vor Beginn des Festivals klar, wie er die Sache sieht:

Vom Frauenfeld twitterte er dann ein Backstage Foto mit “der Gäng”, der zu diesem Zeitpunkt neben Bass Sultan Hengzt auch Splash!-Enthusiast Marteria samt Crew angehörte.

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DasDing, die exklusiv vom Frauenfeld berichteten und auch einige Live-Mitschnitte online zusammengetragen haben, konnten unterdessen Samy Deluxe am Rande des Festivals einige Informationen zu einem Geheimprojekt entlocken, welches wohl noch dieses Jahr erscheinen wird und ein Alter Ego des Wickeda MC ähnlich des Marsimoto/Marteria-Prinzips offenbaren soll. Man darf also gespannt sein was da noch kommen mag.

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